Als Lara Sterwald gefragt wurde, ob sie das AMEOS Klinikum Bad Salzuflen künftig komplett leiten möchte, sagte sie nicht sofort zu. Ein paar Tage nahm sie sich Zeit, um über die Tragweite dieser Aufgabe nachzudenken. Seit dem 1. November 2025 ist die Frage beantwortet: Sie ist Krankenhausdirektorin am Standort. „Ich bin froh, dass ich es gemacht habe“, sagt sie heute.
Ihr Weg dorthin zeigt, was an einem vergleichsweise kleinen Klinikum möglich ist. Und sie ist damit nicht allein: Auch Sebastian Enskat, Pflegedienstleiter am selben Haus, hat sich Schritt für Schritt in eine Führungsposition entwickelt. Beide erzählen, warum aus ihrer Sicht gerade die Größe des Standorts zum Vorteil wird, für Mitarbeitende ebenso wie für Patientinnen und Patienten.
Der Mut, Verantwortung zu übernehmen
Begonnen hat die heutige Krankenhausdirektorin im März 2024 als Prozess- und Projektmanagerin, ein vollständiger Quereinstieg, denn ursprünglich kommt sie aus dem Praxismanagement, also der Organisation ärztlicher Praxen. Sie habe die Herausforderung damals gerne angenommen, weil sie sich beruflich neu orientieren wollte.
Nur wenige Monate später, im Mai 2024, übernahm sie die Leitung des Belegungsmanagements, das entscheidet, welche Patientinnen und Patienten auf welche Station aufgenommen werden, sowie die Leitung der psychiatrischen Institutsambulanz. Diese Ambulanz ist die Anlaufstelle für Menschen, die psychiatrisch behandelt werden müssen, aber keinen stationären Aufenthalt benötigen. Die Erfahrungen aus beiden Positionen hätten sie darin bestärkt, im März 2025 als stellvertretende Krankenhausdirektorin einzusteigen, bevor sie das Amt schließlich vollständig übernahm. Dass ihr dabei so viel Vertrauen entgegengebracht wurde, nennt sie das Prägendste an ihrem gesamten Weg.
Ein Alltag mit kurzen Wegen
Die überschaubare Größe des Klinikums sieht Frau Sterwald als klaren Vorteil: Kleinere Teams bedeuten, dass man sich besser kennt, und kurze Entscheidungswege bedeuten, dass eine Frage oft direkt geklärt wird, ohne über mehrere Ebenen zu laufen. Hinzu kommt aus ihrer Sicht die Kontinuität in der Betreuung: Wer hier arbeitet, begleitet Patientinnen und Patienten häufig über die gesamte Behandlung hinweg, was sie als erfüllend beschreibt und den Menschen im Haus Konstanz gibt.
Auch wenn unser Haus eher klein ist, haben wir dennoch alle wichtigen Fachbereiche der Psychiatrie vertreten und können einen spannenden und abwechslungsreichen Arbeitsort bieten.
Sebastian Enskat, Pflegedienstleiter am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen
Auch der Pflegedienstleiter kennt diesen Effekt aus eigener Erfahrung. Er startete im März 2018 nach seinem Staatsexamen und schrieb parallel seine Bachelorarbeit mit psychiatrischem Schwerpunkt. Im Sommer 2020 übernahm er die Leitung der akutpsychiatrischen Station, auf der Menschen in einer psychischen Krise kurzfristig und intensiv behandelt werden. Motiviert habe ihn vor allem, dass Engagement und Leistungsbereitschaft im Haus honoriert wurden: Er habe die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden, wobei auch seine eigenen beruflichen Vorstellungen berücksichtigt worden seien.
Gehört werden, auch als Pflegekraft
Was das im Pflegealltag bedeutet, erklärt Herr Enskat so: Seine fachliche Einschätzung fließt in Entscheidungen ein, ob im Leitungsteam oder auf Station, zwischen Pflege, Therapie, Psychologie und den Ärztinnen und Ärzten.
„Die fachliche Expertise der Pflegekräfte hat bei uns eine hohe Bedeutung und wird in der Entscheidungsfindung berücksichtigt“, sagt Sebastian Enskat.
Genau das sei für die Anerkennung seiner Profession entscheidend, ergänzt er.

Ein Rat an alle, die zögern
Beide legen Wert auf Weiterentwicklung. Für Frau Sterwald zählt dazu mehr als der Besuch von Fortbildungen: Wer zusätzliche Aufgaben übernimmt, wächst fachlich wie persönlich. Herr Enskat fügt hinzu, dass am Klinikum, abgestimmt auf den Bedarf, kleinere wie umfangreichere Fortbildungen angeboten werden.
Wer über den Einstieg in die Psychiatrie nachdenkt, dem rät Herr Enskat, sich von der Unsicherheit nicht abschrecken zu lassen: Ein neues Fachgebiet sei herausfordernd, doch die Einarbeitung werde individuell gestaltet.
„Auch wenn unser Haus eher klein ist, haben wir dennoch alle wichtigen Fachbereiche der Psychiatrie vertreten und können einen spannenden und abwechslungsreichen Arbeitsort bieten.“ (Sebastian Enskat, Pflegedienstleiter)
Für Frau Sterwald beantwortet sich die Frage, warum sich ein Wechsel lohnt, am ehesten mit der eigenen Geschichte: Aus der Quereinsteigerin mit ein paar Tagen Bedenkzeit ist sie zur Krankenhausdirektorin geworden, die diesen Schritt bis heute nicht bereut.
AMEOS Klinikum Bad Salzuflen
Wer sich für eine Stelle am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen interessiert, erreicht das Team über die folgenden Kontaktdaten.
AMEOS Klinikum Bad Salzuflen
Pflegedienstleitung Sebastian Enskat

