Karpaltunnelsyndrom: Dr. René Heppner über Ursachen, Symptome und moderne Behandlungsmöglichkeiten

Mehr Beweglichkeit und weniger Schmerzen dank gezielter Behandlung

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Dr. René Heppner, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie mit Praxen in Innsbruck und Hall in Tirol

Das Karpaltunnelsyndrom betrifft viele Menschen – oft lange bevor sie es ernst nehmen. Dr. René Heppner, erfahrener Orthopäde mit Praxen in Innsbruck und Hall in Tirol, erklärt im Gespräch, warum frühes Erkennen entscheidend ist, welche modernen Behandlungsformen heute verfügbar sind und wie Betroffene ihre Handfunktion langfristig schützen können.

Was hinter dem Karpaltunnelsyndrom steckt

Das Karpaltunnelsyndrom zählt zu den häufigsten Nervenengpasssyndromen der Hand. „Es handelt sich um ein Nervenbedrängungssyndrom des Mittelnervs in der Hohlhand“, erzählt Dr. René Heppner. Der Karpaltunnel ist anatomisch sehr eng – kommt es durch Entzündungen, hormonelle Veränderungen oder Verletzungen zu einer Gewebsvermehrung, wird der Nerv zusätzlich eingeengt.

Typische Beschwerden und Risikogruppen

Die Symptome beginnen meist schleichend: Kribbeln, Taubheitsgefühle und nächtliche Schmerzen, vor allem vom Daumen bis zum Ringfinger. Halten diese Beschwerden über mehrere Wochen an, sollte eine fachärztliche Abklärung erfolgen. Besonders betroffen sind Frauen im mittleren bis höheren Alter sowie Menschen mit Diabetes, Rheuma oder hormonellen Veränderungen wie in der Schwangerschaft. Auch stark repetitive Tätigkeiten – vom Fließband bis zur intensiven Computerarbeit – gelten als Risikofaktoren.

Diagnose

Eine genaue Anamnese und klinische Untersuchung liefern oft schon einen klaren Hinweis. Ergänzend sind eine neurologische Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und eine Ultraschallbildgebung sinnvoll. Das Syndrom wird in drei Stadien eingeteilt: leicht, mittel und schwer. “Spätestens ab Stadium 2 sollte ein Arzt aufgesucht werden – im schweren Stadium drohen Muskelschwund im Daumenballen, Verlust der Feinmotorik und bleibende Nervenschäden“, sagt Dr. Heppner.

Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung des Karpaltunnelsyndroms ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die Handfunktion zu erhalten.

Dr. René Heppner

Dr. Heppner bei der manuellen Anwendung

Konservativ oder operativ?

Am Anfang jeder Behandlung stehen konservative Maßnahmen: Handgelenksschienen, Physiotherapie, schmerzlindernde Medikamente und Injektionen. Führen diese nicht zum Erfolg oder liegt eine deutliche Leitungsverzögerung des Nervs vor, ist eine Operation sinnvoll. „Heute können wir häufig ultraschallgezielt und minimalinvasiv operieren, was die Heilung deutlich beschleunigt“, so Dr. René Heppner. Bereits nach wenigen Tagen ist die Hand meist wieder gut belastbar, die vollständige Heilungsphase beträgt rund ein bis zwei Wochen.

Nachsorge und Fazit

Nach einer Operation helfen vorsichtige Eigenübungen und Massagen, die Beweglichkeit rasch wiederherzustellen. Im Büroalltag können ergonomische Arbeitsplätze, regelmäßige Pausen und einfache Dehnungsübungen das Risiko für ein Karpaltunnelsyndrom deutlich senken. Dr. René Heppner richtet einen klaren Appell an Betroffene: „Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung ist entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden und die Handfunktion zu erhalten.“

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