Osteoporose ist eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates im fortgeschrittenen Alter. Doch was genau steckt dahinter, wie entsteht sie, und vor allem – wie kann man sich davor schützen? Prim. Dr. Holger Stadthalter, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Villach, erklärt, worauf es ankommt.
Was ist Osteoporose?
Osteoporose bezeichnet einen Zustand, in dem die Struktur der Knochen – insbesondere des Bälkchenknochens – abnimmt. Dadurch werden die Knochen instabiler und bruchanfällig. Besonders betroffen sind ältere Menschen, insbesondere Frauen nach der Menopause, da die knochenaufbauenden Hormone stark zurückgehen.
„In Mitteleuropa leidet etwa jede dritte Frau und jeder fünfte Mann im fortgeschrittenen Alter an Osteoporose oder ihrer Vorstufe, der Osteopenie.“
Prim. Dr. Holger Stadthalter
Risikofaktoren und Ursachen
Die Ursachen der Osteoporose sind vielfältig. Neben dem Alter spielen hormonelle Veränderungen, eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D und Calcium, eine einseitige Ernährung sowie mangelnde Bewegung eine große Rolle. Auch genetische Faktoren und bestimmte Erkrankungen können die Knochendichte negativ beeinflussen. „Es gibt zudem sogenannte sekundäre Osteoporosen, die durch Hormonstörungen oder andere chronische Erkrankungen bereits im jüngeren Alter auftreten können“, so Dr. Stadthalter.

Symptome
Häufig bleibt Osteoporose lange unbemerkt. Die Erkrankung macht sich oft erst durch plötzlich auftretende Schmerzen in der Wirbelsäule oder Spontanbrüche bemerkbar. Typische Brüche betreffen die Wirbelsäule, den Schenkelhals, das Handgelenk oder den Oberarm. „Eine spontane Wirbelkörperfraktur kann beispielsweise durch eine Alltagsbewegung wie das Aufstehen oder Hinsetzen entstehen, ohne dass ein Unfallmechanismus vorliegt“, sagt der Orthopäde.
Prävention und Früherkennung
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Osteoporose ist eine frühzeitige Diagnostik, insbesondere bei Frauen nach der Menopause oder bei familiärer Vorbelastung. Eine Knochendichtemessung – wie die sogenannte DEXA-Messung – liefert genaue Ergebnisse und ermöglicht eine frühzeitige Einleitung von Gegenmaßnahmen. Prim. Dr. Holger Stadthalter rät zudem zu einem aktiven Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, Krafttraining und einer ausgewogenen Ernährung: „Calcium und Vitamin D spielen eine zentrale Rolle für die Knochengesundheit und sollten ausreichend zugeführt werden.“
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie der Osteoporose richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Die Basistherapie erfolgt durch einen Osteologen, der aus verschiedenen Medikamentengruppen eine individuelle Behandlung zusammenstellt. Liegen Brüche vor, ist die Konsultation eines Facharztes für Orthopädie und Traumatologie notwendig. Leichte Frakturen können oft konservativ mit Schmerztherapie und Stützkorsetts behandelt werden. Bei schwereren Frakturen kommen minimalinvasive Verfahren wie die Kyphoplastie oder Vertebroplastie zum Einsatz. Hierbei wird ein spezieller Knochenzement in den betroffenen Wirbel eingeführt, um die Fraktur zu stabilisieren. „Diese Verfahren sind besonders schonend und können oft unter lokaler Betäubung durchgeführt werden“, betont Dr. Holger Stadthalter. „In schwereren Fällen kann jedoch auch eine operative Stabilisierung notwendig sein.“
Lebensqualität bewahren
Trotz der Risiken hebt Dr. Stadthalter hervor, dass Menschen mit Osteoporose weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen können. Wichtig ist die Minimierung von Sturzgefahren im Alltag, wie das Entfernen von möglichen Stolperfallen Zuhause oder die Installation von Nachtlichtern. „Man sollte sich nicht unnötig einschränken lassen, sondern mit einer Kombination aus Prävention, Therapie und gezieltem Muskeltraining ein aktives Leben führen“, so der Experte.
Fazit
Prim. Dr. Holger Stadthalter fasst zusammen: „Ein aktiver Lebensstil, eine gesunde Ernährung und der frühzeitige Gang zum Facharzt sind der Schlüssel, um die Knochengesundheit zu erhalten und die Risiken zu minimieren.“

