Tina Eichner: Therapeutin, Führungskraft, Gestalterin bei AMEOS Ost

Therapie, Logopädie und Sozialdienst helfen Patienten zurück in den Alltag

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Tina Eichner, Direktorin für Therapie und Sozialdienst bei AMEOS Ost

Es gibt Momente im Berufsalltag, die sich festsetzen und nicht mehr loslassen. Für Tina Eichner war es kein großes Ereignis, keine Auszeichnung und keine Beförderung, sondern eine andere Erfahrung: An einem der Standorte fiel krankheitsbedingt und sehr kurzfristig so viel Personal aus, dass eine schnelle Reaktion erforderlich war, um die Patientenversorgung weiterhin sicherzustellen. Bevor sie selbst eingreifen konnte, hatten ihre Leitungen aus verschiedenen Fachbereichen anderer AMEOS Klinika der Region eigenständig Mitarbeitende organisiert und die Lücke geschlossen. „Ich hatte ehrlich gesagt Tränen in den Augen“, sagt Eichner. „Genau solche Momente zeigen mir, warum ich diesen Beruf liebe.“ Tina Eichner ist Direktorin für Therapie und Sozialdienst bei AMEOS Ost und verantwortet damit die therapeutische und soziale Versorgung an allen AMEOS Standorten in Sachsen-Anhalt. Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Psychotherapie und Sozialdienst laufen in ihrer Funktion zusammen. Es ist eine Aufgabe, die weit über klassische Verwaltung hinausgeht und täglich zeigt, was gut vernetzte Versorgung im Gesundheitswesen leisten kann.

Vom Patientenkontakt zur regionalen Führungsverantwortung

Ihr Weg in dieses Amt war kein gerader. Nach dem Studium in Sachsen-Anhalt begann Eichner im psychotherapeutischen Bereich und spezialisierte sich früh auf Felder, die viel Standfestigkeit erfordern: psychodynamische Therapieverfahren, Notfallpsychologie, Psychoonkologie, also die psychologische Begleitung von Krebserkrankten, Palliativpsychologie und Schmerztherapie. Parallel dazu engagierte sie sich ehrenamtlich im Kriseninterventionsdienst, einem Dienst, der Menschen in akuten psychischen Ausnahmesituationen begleitet. „Gerade dort erlebt man sehr intensiv, wie eng körperliche und seelische Belastungen miteinander verbunden sind“, sagt sie. Diese Erfahrung hat ihre Haltung als Führungskraft bis heute geprägt.

Als sie von AMEOS angesprochen wurde, mehr Verantwortung zu übernehmen, war der Schritt in die Leitungsebene für Eichner keine Abkehr von der therapeutischen Arbeit, sondern ihre Erweiterung. Sie übernahm schrittweise weitere Fachbereiche, koordinierte standortübergreifende Prozesse und entwickelte gemeinsame Standards für die gesamte Region AMEOS Ost. Was sie dabei lernte, bringt sie auf einen klaren Nenner: Führung bedeutet vor allem, Orientierung zu geben, Entscheidungen zu treffen, Menschen mitzunehmen und auch in schwierigen Momenten Ruhe auszustrahlen. Und sie hat noch etwas gelernt, das sie selbst überrascht hat: dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. „Erstaunlicherweise liegt es oft ziemlich richtig.“

Wenn Therapie, Logopädie und Sozialdienst gemeinsam denken

Was vernetzte Versorgung im Alltag für einzelne Menschen bedeutet, lässt sich an einem Fall ablesen, der Eichner besonders in Erinnerung geblieben ist. Ein Patient nach einem schweren neurologischen Ereignis kam mit körperlichen Einschränkungen, Sprachproblemen und großer Unsicherheit zu ihnen. Physiotherapie, Psychologie, Logopädie und Sozialdienst arbeiteten von Anfang an eng verzahnt: Die körperliche Stabilisierung lief parallel zur Kommunikationstherapie, während der Sozialdienst gleichzeitig die Versorgung zu Hause organisierte. „Für den Patienten bedeutete das nicht nur medizinischen Fortschritt, sondern vor allem, ein Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen“, erinnert sich Eichner.

Therapeutische Qualität entsteht für sie nicht durch einzelne Spitzenleistungen, sondern durch Strukturen, die gute Arbeit überhaupt erst möglich machen. Eines ihrer zentralen Projekte ist deshalb die Weiterentwicklung standortübergreifender Therapie- und Sozialdienst-Strukturen innerhalb der Region AMEOS Ost: Prozesse vereinheitlichen, Fachbereiche stärker verknüpfen und dabei die individuellen Besonderheiten jedes Standorts bewahren. Das gelingt nur, wenn unterschiedliche Berufsgruppen nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeiten.

Gesundheitsversorgung funktioniert nur gemeinsam.

Tina Eichner, Direktorin für Therapie und Sozialdienst bei AMEOS Ost

Besonders stolz ist Eichner dabei auf die Menschen, die den Bereich Therapie und Sozialdienst jeden Tag mit Leben füllen: die Mitarbeitenden in den einzelnen Fachbereichen, die Leitungen der Fachbereiche in den verschiedenen Häusern, ihre Assistentin, die Projektleitung sowie alle unterstützenden Bereiche. Ohne dieses Zusammenspiel wäre die standortübergreifende Entwicklung in dieser Form nicht möglich. „Unsere Stärke liegt nicht in Einzelpersonen, sondern im Team. Wir ziehen gemeinsam an einem Strang, unterstützen uns gegenseitig und verfolgen das gleiche Ziel: die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten“, sagt sie.

Dieses Miteinander und das große Engagement der Mitarbeitenden sind für Eichner die Grundlage für den bisherigen Erfolg. Gleichzeitig geben sie ihr die Zuversicht, die kommenden Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Denn der Bereich Therapie und Sozialdienst bei AMEOS Ost wächst weiter. Viele spannende Projekte sind bereits geplant: bestehende Strukturen sollen weiterentwickelt, Fachbereiche noch enger miteinander verzahnt und neue Impulse für eine moderne therapeutische und soziale Versorgung gesetzt werden. Den weiteren Ausbau sieht Eichner deshalb mit Freude, Stolz und großem Optimismus.

Warum diese Region für junge Therapeutinnen und Therapeuten attraktiv ist

Was sagt jemand wie Tina Eichner jungen Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und überlegen, ob sie in die Großstadt gehen oder in der Region bleiben? Ihre Antwort kommt aus konkreter Erfahrung: In den Strukturen von AMEOS Ost übernimmt man früh echte Verantwortung, arbeitet fachbereichsübergreifend und erlebt hautnah, welchen Unterschied die eigene Arbeit für Menschen machen kann. „Junge Mitarbeitende erleben hier nicht nur einen Job, sondern echte Gestaltungsmöglichkeiten und ein starkes Miteinander“, sagt sie.

Für Menschen in der Region, die selbst einen AMEOS Standort aufsuchen, hat Eichner eine ebenso direkte Botschaft: „Wir möchten ein Ort sein, an dem fachliche Qualität und Menschlichkeit zusammengehören.“

Was das im Alltag bedeutet, wissen jene am besten, die nach einer schwierigen Zeit wieder Perspektive gefunden haben. Und jene Mitarbeitenden, die in einem Moment des Zusammenhalts ihrer Chefin Tränen in die Augen getrieben haben, weil sie intuitiv das Richtige getan haben und tun konnten, ohne dass sie vorher jemand darum bitten musste, zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Tina Eichner

Direktorin Therapie und Sozialdienst AMEOS Ost

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