Wenn viele Medikamente zum Risiko werden: ATOMOS Klinik Währing schafft Sicherheit bei Polymedikation

Polymedikation sicher im Griff mit Dr. Felix Reimer an der ATOMOS Klinik Wien

7 Minuten Lesezeit
Dr. Felix Reimer, Facharzt für Innere Medizin und stellvertretender ärztlicher Leiter, sowie Dr. Florian Valach, Geschäftsführer und Klinikleiter der ATOMOS Klinik Währing

Fünf Tabletten täglich, manchmal zehn oder mehr. Für viele Menschen mit mehreren chronischen Erkrankungen ist das Realität. Die moderne Medizin ermöglicht es, diese Erkrankungen heute sehr gut zu behandeln. Doch je mehr Wirkstoffe dauerhaft eingenommen werden, desto größer wird das Risiko für Nebenwirkungen und gefährliche Wechselwirkungen.

Die ATOMOS Klinik Währing in Wien widmet sich diesem sensiblen Thema mit besonderer Aufmerksamkeit und setzt bewusst auf medizinische Koordination, strukturierte Überprüfung und eine verantwortungsvolle Begleitung der Patient:innen. Im Mittelpunkt steht dabei die internistische Expertise von Dr. Felix Reimer, Stellvertretender ärztlicher Leiter der ATOMOS Klinik Währing und Facharzt für Innere Medizin. Gemeinsam mit Geschäftsführer und Klinikleiter Dr. med. Florian Valach verfolgt das Haus ein klares Ziel: Betroffene durch mehr Sicherheit, Klarheit und medizinische Präzision im Alltag zu entlasten.

Was bedeutet Polymedikation?

Der Begriff Polymedikation, auch Polypharmazie genannt, ist medizinisch nicht exakt definiert. In der ärztlichen Praxis versteht man darunter zumeist Patient:innen, die mehrere chronische Erkrankungen haben und dauerhaft eine Vielzahl von Wirkstoffen einnehmen müssen.
Dr. Reimer erklärt, dass sich Polymedikation häufig auf Situationen bezieht, in denen Menschen mit drei oder mehr chronischen, therapiebedürftigen Erkrankungen täglich fünf oder mehr Wirkstoffe einnehmen. Dazu zählen nicht nur klassische Arzneimittel, sondern auch Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel und andere Präparate. Dabei ist wichtig zu verstehen: Problematisch wird nicht erst die „große Menge“. Schon jedes weitere Mittel kann Risiken erhöhen, insbesondere dann, wenn Wechselwirkungen entstehen oder der Körper bestimmte Wirkstoffe nicht mehr gut verarbeitet.

Warum Polymedikation zunimmt

Dass die Zahl der betroffenen Patient:innen in den letzten Jahren spürbar gestiegen ist, hat aus Sicht von Dr. Felix Reimer klare Gründe. Menschen werden älter und entwickeln dadurch häufiger mehrere Erkrankungen gleichzeitig. Zusätzlich führt die zunehmende Spezialisierung in der Medizin dazu, dass Betroffene oft von verschiedenen Ärzt:innen oder Therapeut:innen behandelt werden, ohne dass alle Beteiligten vollständige Kenntnis über die bereits bestehende Medikation haben.

Gerade bei mehreren Medikamenten sorgt ein strukturierter Überblick für mehr Sicherheit und stellvertretender ärztlicher Leiter Lebensqualität im Alltag.

Dr. Felix Reimer, Facharzt für Innere Medizin und stellvertretender ärztlicher Leiter

Gerade in solchen Fällen kann ein zentraler Aspekt verloren gehen: die medizinische Gesamtkoordination. Die laufende Einschätzung, Überprüfung und Anpassung der Arzneimitteltherapie ist zudem sehr zeitaufwendig. Gleichzeitig ist es für einen Arzt sehr schwer, sämtliche Nebenwirkungen der Interaktionen jeder möglichen Kombination auswendig zu wissen. Umso entscheidender ist ein strukturiertes Vorgehen.

Mögliche Beschwerden

Polymedikation kann Beschwerden auslösen, die Patient:innen zunächst nicht direkt mit ihrer Arzneieinnahme verbinden. Laut Dr. Reimer treten besonders bei älteren Menschen häufig Müdigkeit, Schwindel, Appetitlosigkeit, Zittern oder Stürze auf. Diese Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität deutlich und können im Ernstfall gefährliche Folgen nach sich ziehen.

Als besonders kritisch gelten Kombinationen zentral wirksamer Substanzen wie Schlafmittel, Psychopharmaka oder opioidhaltige Schmerzmittel, da sie sowohl das Sturzrisiko erhöhen als auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen können und daher besonders sorgfältig eingesetzt werden sollten.

Dr. Felix Reimer im Patientengespräch

Rezeptfrei heißt nicht risikofrei

Ein besonders relevantes Thema ist die Selbstmedikation. Viele Patient:innen nehmen zusätzlich zu ihren verordneten Arzneien rezeptfreie Präparate ein, etwa Schmerzmittel, pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Dr. Felix Reimer betont, dass jeder eingenommene Stoff eine Wirkung hat. Auch rezeptfreie Mittel können daher Nebenwirkungen auslösen oder in ungünstiger Weise mit anderen Tabletten interagieren. Gerade weil viele Menschen diese Präparate nicht als „echte Medikamente“ wahrnehmen, werden sie im Arztgespräch oft nicht erwähnt. Dabei kann genau diese Information entscheidend sein, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Strukturierte Vorgehensweise

Um Risiken frühzeitig zu erkennen, setzt man an der ATOMOS Klinik Währing auf eine strukturierte Überprüfung der bestehenden Medikation. Geschäftsführer Dr. med. Florian Valach beschreibt ein klares Vorgehen, das mit einer vollständigen Bestandsaufnahme beginnt und anschließend medizinisch bewertet wird. Danach erfolgt die Abstimmung mit dem Patienten, etwa durch mögliche Dosisreduktionen oder das Absetzen einzelner Mittel.

Wesentlich sind außerdem die verständliche Erklärung der Empfehlungen sowie ein Follow-up, um die Wirkung der Anpassungen im Alltag zu überprüfen. Gerade diese strukturierte Vorgehensweise sorgt nicht nur für medizinische Sicherheit, sondern auch für Orientierung. Denn viele Betroffene fühlen sich durch lange Medikamentenlisten zunehmend überfordert oder verunsichert.

Moderne Tools helfen

Auch wenn Ärzt:innen nicht jede mögliche Wechselwirkung auswendig kennen können, gibt es unterstützende Systeme. Im deutschsprachigen Raum ist laut Dr. Felix Reimer vor allem die PRISCUS-Liste hilfreich, im englischsprachigen Raum gilt medscape.com als sehr ausführliche Plattform zur Prüfung von Wirkstoffen. Wichtig ist jedoch: Tools liefern Hinweise, die medizinische Beurteilung bleibt immer individuell. Entscheidend ist, wie gut die Medikamente zur konkreten Situation, zum Alter, zum Gesundheitszustand und zum Alltag des Menschen passen.

Wer besonders gefährdet ist

Besonders gefährdet für Probleme sind laut Dr. Reimer vor allem ältere, pflegebedürftige, gebrechliche oder kognitiv eingeschränkte Patient:innen, insbesondere in Alten- und Pflegeheimen. Gleichzeitig betrifft das Thema auch Menschen mit komplexen Krankheitsbildern, etwa wenn körperliche und psychische Erkrankungen parallel vorliegen. 

Kombinationen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz sowie Depression, Schizophrenie oder Demenz stellen im klinischen Alltag besondere Herausforderungen dar. Der Facharzt empfiehlt, dass Betroffene mit fünf oder mehr regelmäßig eingenommenen Wirkstoffen mindestens einmal pro Jahr eine Überprüfung ihrer Medikation durchführen lassen sollten. Zusätzlich ist eine anlassbezogene Kontrolle sinnvoll, etwa nach Stürzen oder nach einem Krankenhausaufenthalt.

ATOMOS Klinik Währing

Für Dr. med. Florian Valach, Geschäftsführer und Klinikleiter der ATOMOS Klinik Währing, ist Polymedikation ein Thema, das in der modernen Medizin aktiv begleitet werden muss. „Es geht nicht nur um gute Diagnostik, sondern vor allem um Übersicht, Abstimmung und klare Abläufe, die Patient:innen Orientierung geben. Gerade dann, wenn mehrere Erkrankungen und Präparate gleichzeitig eine Rolle spielen, ist ein strukturierter Plan oft der wichtigste Schritt zu mehr Sicherheit und Lebensqualität.“

Kombinationen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz sowie Depression, Schizophrenie oder Demenz stellen im klinischen Alltag besondere Herausforderungen dar. Der Facharzt empfiehlt, dass Betroffene mit fünf oder mehr regelmäßig eingenommenen Wirkstoffen mindestens einmal pro Jahr eine Überprüfung ihrer Medikation durchführen lassen sollten. Zusätzlich ist eine anlassbezogene Kontrolle sinnvoll, etwa nach Stürzen oder nach einem Krankenhausaufenthalt.

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