In der orthopädischen Praxis stehen Rückenschmerzen ganz oben auf der Liste der häufigsten Beschwerdebilder – oft mit langem Leidensweg für die Betroffenen. Moderne minimalinvasive Verfahren bieten eine wirksame Alternative zur klassischen Operation, um gezielt und schonend gegen die Schmerzursache vorzugehen. Dr. Florian J. Hofmann, Orthopäde mit Standorten in Salzburg und Straßwalchen, erklärt, wann diese Therapieform zum Einsatz kommt und welche Möglichkeiten es gibt.
Was bedeutet minimalinvasive Schmerztherapie?
„Wenn wir von minimalinvasiver Schmerztherapie sprechen, geht es meist um sogenannte interventionelle Verfahren – also gezielte Behandlungen mit feinen Nadeln oder Sonden, ohne dass ein operativer Schnitt notwendig ist“, so Dr. Hofmann. Diese Methoden sind unblutig, meist ambulant durchführbar und belasten den Körper nur minimal.
„Wer anhaltende Rückenschmerzen hat, sollte nicht einfach dauerhaft Schmerzmittel nehmen.“
Dr. Florian Johannes Hofmann
Breites Anwendungsfeld
Zum Einsatz kommt die minimalinvasive Schmerztherapie bei einer Vielzahl von Beschwerden: akute oder chronische Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Wirbelkanalverengungen und sogar Wirbelbrüche. „Voraussetzung ist immer eine klare Diagnose – etwa durch MRT oder CT –, damit wir exakt dort behandeln können, wo der Schmerz entsteht“, betont der Orthopäde.
Behandlungsverfahren im Überblick
Je nach Befund stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:
- Infiltrationstherapie: gezielte Injektionen von Medikamenten (z. B. Kortison, Lokalanästhetika) direkt an die schmerzverursachenden Nerven oder Gelenke – meist ambulant in der Praxis.
- Thermokoagulation (Facettendenervierung): Verödung schmerzleitender Nerven über Hitzeimpulse – teilweise tagesklinisch.
- Laserbehandlung der Bandscheibe (Nukleoplastie): ambulant oder mit kurzer stationärer Überwachung – zur Reduktion des Bandscheibendrucks.
- Zementierung bei Wirbelkörperbrüchen: stabilisiert die Wirbel und lindert den Schmerz oft sofort – meist mit einem kurzen stationären Aufenthalt.

Schneller Effekt, nachhaltige Wirkung
Viele Patient:innen spüren bereits innerhalb von 48 Stunden nach einer Infiltration eine deutliche Besserung. Bei anderen Verfahren wie der Facettendenervierung oder der Behandlung von Wirbelbrüchen kann die Wirkung Monate bis Jahre anhalten. „Je nach Ursache und Ausprägung planen wir die Therapie individuell und kombinieren sie häufig mit weiteren Maßnahmen wie Physiotherapie“, so Dr. Florian J. Hofmann.
Für wen ist die Behandlung geeignet – und für wen nicht?
Die meisten Patient:innen profitieren von minimalinvasiven Therapien – vorausgesetzt, sie sind körperlich stabil und haben keine schwerwiegenden Kontraindikationen wie starke Medikamentenunverträglichkeiten oder unkontrollierte Blutgerinnungsstörungen. „In der Regel kann man diese Verfahren sehr breit anwenden – auch im höheren Alter“, erklärt der Facharzt.
Ganzheitliche Betrachtung ist entscheidend
Für Dr. Hofmann steht fest: Einige Menschen gelten als chronische Schmerzpatienten, obwohl die eigentliche Ursache nie exakt abgeklärt wurde.“ Deshalb legt er großen Wert auf eine umfassende Diagnostik, persönliche Beratung und eine ganzheitliche Betrachtung der Beschwerden. Nur so könne gezielt und nachhaltig behandelt werden – ohne den Umweg über jahrelange Schmerzmitteltherapie.
Fazit
Minimalinvasive Verfahren bieten heute effektive Möglichkeiten, Rückenschmerzen gezielt zu behandeln – ohne große Eingriffe, mit wenig Belastung und oft rascher Wirkung. Dr. Florian J. Hofmann empfiehlt: „Bei chronischen Rückenschmerzen ist es nicht ratsam, auf Dauer Schmerzmittel einzunehmen. Eine fachärztliche Abklärung ist der erste Schritt zu einer gezielten, wirksamen und oft schonenden Therapie.“

