Moderne Methoden in der HNO-Chirurgie mit Dr. Martin Dejaco und FA Marcela Henn

Wenn die Nase nicht mehr frei wird – was moderne HNO-Chirurgie gegen chronische Entzündungen leisten kann.

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Dr. Martin Dejaco & FA Marcela Henn - Fachärzte für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde in Salzburg

Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den häufigsten Beschwerden in der HNO-Heilkunde. Betroffene leiden oft unter anhaltender Nasenverstopfung, Gesichtsschmerzen, eitrigem Nasenausfluss oder einem eingeschränkten Geruchssinn. Wann eine Operation notwendig wird, welche modernen Techniken zum Einsatz kommen und welche präventiven Maßnahmen helfen können, darüber sprechen die renommierten HNO-Fachärzte Dr. Martin Dejaco und FA Marcela Henn aus Salzburg.

Wann ist eine Nasennebenhöhlenoperation erforderlich?

„Chronische Sinusitis, nasale Polypen oder anatomische Engstellen, die eine normale Belüftung der Nebenhöhlen verhindern, können eine Operation erforderlich machen. Chronische Sinusitis ist eine langanhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen, die zu Schleimhautschwellungen, verstopfter Nase und häufigen Infektionen führt. Nasale Polypen sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut, die die Atemwege blockieren und die Nasenatmung erschweren können. Auch eitriger Nasenausfluss, der durch beherdete Zähne verursacht wird – also Zähne, die eine chronische Infektion im Kieferbereich aufweisen und Entzündungen in den Nebenhöhlen auslösen können – sowie Tumore im Nasennebenhöhlenbereich sind mögliche Indikationen“ , erklärt Dr. Dejaco.

„Eine Nasennebenhöhlen-OP kann notwendig werden, wenn konservative Therapien nicht mehr ausreichen.“

Dr. Martin Dejaco

Akute oder chronische Entzündung – Wo liegt der Unterschied?

FA Marcela Henn erläutert den Unterschied zwischen akuter und chronischer Sinusitis: „Die akute Form tritt plötzlich auf, dauert in der Regel bis zu vier Wochen und ist meist viral oder bakteriell bedingt. Typische Symptome sind eine verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen und gelegentlich Fieber. Chronische Entzündungen hingegen halten über zwölf Wochen an, sind oft weniger schmerzhaft, führen jedoch zu einer dauerhaften Nasenverstopfung, reduziertem Geruchssinn und Schleimfluss in den Rachen.“

Dr. Dejaco & FA Henn

Ursachen chronischer Nasennebenhöhlenentzündungen

Neben bakteriellen Infektionen und nicht ausgeheilten akuten Entzündungen gibt es weitere Ursachen für chronische Sinusitis. „Dazu zählen anatomische Engstellen, nasale Polypen, Umweltreizstoffe wie Rauch oder Schadstoffe sowie ein geschwächtes Immunsystem“, so FA Marcela Henn. „Auch rheumatische Erkrankungen können die Nasennebenhöhlen betreffen.“

Einfluss von Allergien und anatomischen Besonderheiten

Auch Allergien spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Nasennebenhöhlenerkrankungen. „Sie führen zu einer anhaltenden Schleimhautschwellung und begünstigen die Ansammlung von Schleim“, erklärt Dr. Martin Dejaco. „Auch anatomische Besonderheiten, wie eine Nasenscheidewandverkrümmung, können den Schleimabfluss behindern und Infektionen begünstigen.“

Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma können ebenfalls Einfluss auf die Nasennebenhöhlen nehmen. „Sie führen zu Schleimhautschwellungen und erschweren die Belüftung“, erläutert Dr. Dejaco. „Besonders bei Patienten mit chronischer Sinusitis und Nasenpolypen tritt Asthma häufig als Begleiterkrankung auf.“

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Bevor eine Operation in Betracht gezogen wird, stehen verschiedene konservative Therapien zur Verfügung. Dazu gehören Nasenspülungen, abschwellende oder kortisonhaltige Nasensprays, pflanzliche Präparate und in bestimmten Fällen auch Antibiotika. „Besonders wichtig ist zudem eine adäquate Allergiebehandlung, um Entzündungen zu reduzieren“, ergänzt FA Marcela Henn.

Minimalinvasive Operation

Moderne chirurgische Eingriffe erfolgen heutzutage minimalinvasiv. „Die endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie (FESS) ist die häufigste Methode“, sagt Dr. Martin Dejaco. „Dabei wird ein dünnes Endoskop durch die Nase eingeführt, um entzündetes Gewebe oder Polypen zu entfernen. In bestimmten Fällen setzen wir auch Ballondilatationen oder kortisonbeschichtete Stents ein, um die Nebenhöhlenöffnungen zu erweitern.“

Die Genesung nach einer OP dauert etwa ein bis zwei Wochen, die vollständige Heilung kann jedoch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. „Patienten sollten in dieser Zeit regelmäßige Nasenspülungen durchführen, körperliche Anstrengungen vermeiden und auf eine rauchfreie Umgebung achten“, rät FA Marcela Henn. „Eine erfolgreiche Nasennebenhöhlenoperation kann die Lebensqualität erheblich steigern“, betont Dr. Dejaco. „Patienten atmen wieder frei, schlafen besser und haben weniger Infektionen oder Kopfschmerzen.“

Die HNO-Chirurgie setzt zunehmend auf innovative Techniken. „Wir arbeiten mit hochauflösender 4K-Endoskopie, computerassistierter Navigation und modernen Ballondilatationstechniken, um präzise und schonende Eingriffe zu ermöglichen“, so FA Henn.

Prävention

Zur Vorbeugung von Nasennebenhöhlenproblemen raten die Experten zu regelmäßigen Nasenspülungen, allergievermeidenden Maßnahmen, Luftbefeuchtung und Rauchverzicht. „Eine gesunde Lebensweise und schnelle Behandlung von grippalen Infekten sind ebenfalls entscheidend“, sagen beide Fachärzte.

Fazit

Moderne OP-Techniken und Therapiemethoden ermöglichen es heute, Nasennebenhöhlenerkrankungen effektiv zu behandeln und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern. “Ebenso ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären”, sagen Dr. Martin Dejaco und FA Marcela Henn.

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