Abnehmtherapie und Herz: Was Dr. Roela Sadushi-Kolici rät

Kardiologisch fundierte Gewichtsreduktion für mehr Lebensqualität in Wien

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Dr. Roela Sadushi-Kolici, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

Ein Patient hat es einmal so beschrieben: Die Abnehmspritze sei wie ein Schalter, der umgelegt wird, und dann seien die Kilos einfach weg. Dr. Roela Sadushi-Kolici, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie in Wien, kennt diesen Moment gut. Seit 3 Jahren begleitet die Kardiologin in ihrer Praxis Menschen, die mit Unterstützung von Medikamenten abnehmen wollen, und inzwischen fragt fast jeder 2. bis 3. Patient danach. Um die Wirkung aus eigener Erfahrung zu kennen, hat Dr. Sadushi-Kolici das Präparat 4 Monate lang auch an sich selbst getestet. Ihr Urteil fällt klar aus: „Das ist ein Anzünder für den Anfang. Aber nicht die Lösung für alles.“

Eine Kardiologin, die zuerst auf das Herz schaut

Warum Dr. Sadushi-Kolici Ärztin geworden ist, beantwortet die Wienerin ganz einfach: um Menschen zu helfen. Eigentlich wollte sie Chirurgin werden, doch über eine Stelle in einem Forschungslabor kam die junge Medizinerin an die Kardiologie des Wiener AKH. Dort arbeitete sie viele Jahre in der Spezialambulanz für Lungenhochdruck und wirkte an zahlreichen Studien mit. Bereut hat Dr. Sadushi-Kolici diesen Weg nie, denn in der Inneren Medizin begleitet man Patienten oft über Jahre und sieht, was die Behandlung bewirkt.

Genau dieser Blick auf den ganzen Menschen prägt heute auch ihre Arbeit mit übergewichtigen Patienten. Kaum jemand kommt mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einem Abnehmmedikament in die Praxis. Die meisten melden sich, weil sie kurzatmig sind oder beim Stiegensteigen Beschwerden haben. Erst im Gespräch zeigt sich dann, dass viele schon seit Jahren gegen ihr Gewicht ankämpfen, oft mit unzähligen Diäten. „Es ist ein Trauerspiel, was viele schon durchgemacht haben“, sagt Dr. Sadushi-Kolici. Bevor über eine Behandlung gesprochen wird, untersucht die Kardiologin deshalb immer zuerst das Herz.

Für wen Abnehmmedikamente sinnvoll sind

Infrage kommt die Behandlung grundsätzlich für Menschen mit starkem Übergewicht, also ab einem Body-Mass-Index von 30. Besonders profitieren Patienten mit Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder einer Herzschwäche. Die Medikamente ahmen ein körpereigenes Sättigungshormon nach, sodass man früher satt ist und automatisch weniger isst. Verabreicht werden sie einmal pro Woche mit einem Fertigpen, ähnlich wie Insulin bei Diabetikern, wobei die Dosis langsam gesteigert wird. Die bekanntesten Präparate heißen Ozempic, Wegovy und Mounjaro.

Das ist ein Anzünder für den Anfang. Aber nicht die Lösung für alles.

Dr. Roela Sadushi-Kolici, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

Dass diese Medikamente das Herz schützen können, zeigt eine große Studie mit mehr als 17.000 Teilnehmern: Unter dem Wirkstoff von Ozempic und Wegovy sank das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod um 20 %. Den Grund sieht Dr. Sadushi-Kolici vor allem im Bauchfett. Es löst im Körper eine dauerhafte, unbemerkte Entzündung aus und macht das Herz mit der Zeit steifer. Schmilzt dieses Fett, sinken auch Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. Vorsichtig ist die Kardiologin dagegen bei Patienten, deren Herz nur noch schwach pumpt, weil ein gewisses Fettpolster das Herz in diesem Fall paradoxerweise stützen kann und die Abnehmtherapie zudem den Puls erhöhen und gehäuft zu Rhythmusstörungen führen kann.

Eine Frage, die viele beschäftigt, sind die Kosten. In den meisten Fällen bezahlen Patienten das Medikament selbst, da die Krankenkasse nur in Ausnahmefällen einspringt. Bei bestimmten Begleiterkrankungen kann eine Bewilligung beantragt werden, die meist zunächst für 3 Monate gilt. Wer auf den Preis achten muss, kann mit einem günstigeren Präparat beginnen und später wechseln, falls die Wirkung nicht ausreicht.

Vom ersten Termin bis zum Absetzen

Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über die Vorgeschichte, bisherige Abnehmversuche und mögliche Beschwerden. Danach folgen EKG und Herzultraschall, dazu Blutwerte zu Leber, Niere und Stoffwechsel sowie ein Ultraschall des Oberbauchs, um etwa Gallensteine früh zu erkennen. Vorhandene Befunde vom Hausarzt oder aus dem Spital sollten Patienten zum Termin mitbringen. Die häufigste Nebenwirkung ist anfangs Übelkeit, die Dr. Sadushi-Kolici mit dem Gefühl in der Schwangerschaft vergleicht. Auch Durchfall oder Verstopfung können auftreten, seltener eine Entzündung der Gallenblase, weshalb starke Schmerzen im Oberbauch immer rasch abgeklärt werden sollten.

Ebenso wichtig wie das Medikament ist die Bewegung, denn den Kalorienverbrauch erhöht die Behandlung nicht. Mit dem Fett gehen bei jeder Gewichtsabnahme auch Muskeln verloren, und gezieltes Krafttraining kann diesen Verlust deutlich verringern. Eine 74-jährige Patientin hat sich diesen Rat besonders zu Herzen genommen, nachdem die Ärztin ihr gesagt hatte, sie fürchte, dass die Patientin sonst irgendwann „mit einem Rollator herkommt“. Die Dame nahm sich einen Trainer, hat 20 Kilo verloren und ist heute kräftiger als zuvor.

Wer das Medikament absetzt und danach wieder lebt wie vorher, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu. Dr. Sadushi-Kolici selbst konnte ihr Gewicht nach den 4 Monaten halten, weil sie mehr Sport gemacht hat. Für Menschen mit Diabetes, erhöhtem Cholesterin oder einem Herzleiden sieht die Kardiologin die Behandlung dagegen als langfristige Therapie, ähnlich wie ein Blutdruckmedikament.

Abnehmmittel aus dem Internet lehnt die Medizinerin klar ab. Gleich zu Beginn saß ein Mann in ihrer Praxis, der sich das Abnehmmedikament täglich statt einmal pro Woche verabreicht hatte. Niemand hatte ihm die richtige Anwendung erklärt. Die Behandlung gehört deshalb in ärztliche Begleitung, und das Medikament sollte ausschließlich aus der Apotheke kommen.

Wann Sie Ihr Herz untersuchen lassen sollten

Neben dem bekannten, plötzlich stechenden Schmerz in der Brust gibt es Warnzeichen eines Herzinfarkts, die viele falsch deuten, etwa Beschwerden im Oberbauch, Übelkeit oder Rückenschmerzen, die man zunächst dem Magen zuschreibt. Bei Frauen äußert sich ein Infarkt zudem häufiger durch Kurzatmigkeit oder ungewohnte Müdigkeit, und sie kommen im Schnitt später zum Arzt als Männer. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt gilt immer: sofort die Rettung unter 144 rufen.

Doch auch ohne akute Beschwerden lohnt sich ein Blick auf das Herz. Wer bei Belastung schnell außer Atem kommt oder Herzstolpern bemerkt, sollte das zeitnah abklären lassen. Frauen rät Dr. Sadushi-Kolici zu einer Untersuchung spätestens rund um die Wechseljahre, Männern ab etwa 40 bis 45 Jahren und Rauchern schon ab Mitte 30. Früher ist ein Termin sinnvoll, wenn in der Familie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Bluthochdruck vorkommen oder der Hausarzt erhöhte Werte festgestellt hat. Auch eine 2. Meinung hält die Kardiologin für berechtigt, wenn Zweifel an einer Diagnose bestehen oder Beschwerden trotz Behandlung bleiben.

Für viele Menschen mit starkem Übergewicht kann ein Abnehmmedikament ein echter Wendepunkt sein, vorausgesetzt, es geht mit einer Veränderung im Alltag einher. Entscheidend sei, alte Gewohnheiten zu hinterfragen und das Leben mit einem neuen Blickwinkel zu sehen, sagt die Wiener Kardiologin. Wer über eine solche Therapie nachdenkt oder wissen möchte, wie es um das eigene Herz steht, findet in der Praxis von Dr. Roela Sadushi-Kolici in Wien eine Ansprechpartnerin, die sich Zeit für ein ehrliches Gespräch und eine gründliche Untersuchung nimmt.

Dr. Roela Sadushi-Kolici

Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

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