Wo Physiotherapie Zeit hat: das AMEOS Klinikum Bad Salzuflen

Spezialisierte Physiotherapie für Körper und Psyche im Raum Bad Salzuflen

8 Minuten Lesezeit
Marie-Christin Stukenbrock, Teamleitung Physiotherapie am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen

Manchmal beginnt eine Behandlung ganz ruhig. Eine Patientin spricht wenig, tastet sich langsam an Vertrauen heran und merkt irgendwann, dass ihr Gegenüber wirklich zuhört. Für Marie-Christin Stukenbrock, Teamleiterin der Physiotherapie am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen, war so ein Moment prägend. Eine junge Frau vertraute ihr während einer Behandlung sehr belastende Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit an, die sie zuvor noch niemandem erzählt hatte. Nach Rücksprache mit der Patientin holte sie die zuständige Psychologin dazu, und gemeinsam überlegten beide, wie sich die junge Frau weiter begleiten ließ.

„Das war der Moment, in dem mir klar wurde: Hier bin ich richtig“, sagt sie.

Für sie zeigt diese Erfahrung, was Physiotherapie in einer psychiatrischen Fachklinik leisten kann. Es geht um Körper, Bewegung und Beschwerden. Gleichzeitig geht es um Sicherheit, Geduld und die Frage, wie eng körperliche und seelische Belastungen zusammenhängen.

Mehr Zeit für den ganzen Menschen

Zur Physiotherapie kam Marie-Christin Stukenbrock über einen Umweg. Schon als Jugendliche wollte sie Pferdephysiotherapeutin werden. Weil ihr damals empfohlen wurde, zuerst die Ausbildung am Menschen zu absolvieren, fiel die Wahl auf die Humanphysiotherapie. Während der Ausbildung zeigte sich, wie sehr ihr die direkte Kommunikation und die Vielfalt dieses Wegs lagen. Die Pferde blieben Hobby und Auszeit, der Beruf entwickelte sich in eine andere Richtung.

Bevor sie ans AMEOS Klinikum Bad Salzuflen kam, führte ihr Weg durch Praxen mit unterschiedlichen Schwerpunkten sowie durch Rehakliniken und Rehazentren. Mit den Jahren wurde ihr dort vieles zu eng: der knappe Zeittakt, die unregelmäßigen Arbeitszeiten und das Gefühl, bei langjährig Betreuten kaum Entwicklung zu sehen oder in wenigen Einheiten nicht genug bewirken zu können.

In der Psychiatrie erlebt sie ihre Arbeit anders. Die Begleitung läuft oft über mehrere Wochen, mehrmals pro Woche. Dadurch entsteht Raum, einen Menschen nicht auf eine einzelne Beschwerde zu reduzieren, sondern Körper und Psyche zusammen zu betrachten.

Am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen planen die Therapeutinnen und Therapeuten ihre Termine selbst. Eine Behandlung dauert mindestens 25 Minuten und kann bei Bedarf bis zu 50 Minuten umfassen. Auch für Dokumentation und Planung bleibt deutlich mehr Zeit als in vielen Praxen oder anderen klinischen Bereichen.

Selbstständig arbeiten, eng verbunden bleiben

Wer noch nie in einer psychiatrischen Fachklinik gearbeitet hat, stellt sich den Alltag oft schwer vor. Für Marie-Christin Stukenbrock ist vor allem das Miteinander entscheidend. Physiotherapie, Pflege, ärztlicher Dienst, Psychologie und weitere Berufsgruppen stehen regelmäßig im Austausch. Jede Station am AMEOS Klinikum trifft sich einmal pro Woche, um wichtige Themen zu besprechen.

„Unsere Expertise ist sehr gefragt“, sagt die Teamleiterin. Das reicht von der Planung der Sporttherapiegruppen bis zu unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten bei Vorerkrankungen oder akuten Beschwerden.

Hier reduzieren wir niemanden auf ein Symptom – Körper und Psyche heilen gemeinsam.

Marie-Christin Stukenbrock, Teamleitung Physiotherapie am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen

Die Zusammenarbeit beschreibt sie als offen und auf Augenhöhe. Die Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten zwar selbstbestimmt, sind dabei aber nie auf sich allein gestellt: Über E-Mail oder Telefon erreichen sie ihre Kolleginnen und Kollegen jederzeit und bringen ihre Einschätzung in die gemeinsame Behandlung ein. Gerade diese Verbindung aus Eigenständigkeit und Rückhalt macht den Alltag besonders.

Ein kleines Team mit kurzen Wegen

Auch im eigenen Team zählt Verlässlichkeit. Es ist klein, kommuniziert viel und sucht bei Missverständnissen gemeinsam nach Lösungen. Im Team kommen alle aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitswesens und lernen dadurch immer wieder voneinander. Humor gehört ebenfalls dazu.

Wie sehr diese Arbeit trägt, erlebt Marie-Christin Stukenbrock besonders auf der geschlossenen Station für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen: Dort sieht man täglich kleine Fortschritte, und manche Patientinnen und Patienten erkennen ihre Therapeutin wieder und freuen sich sichtlich über ihren Besuch.

Marie-Christin Stukenbrock,

Ankommen, einarbeiten, Verantwortung tragen

Neue Kolleginnen und Kollegen arbeiten sich am AMEOS Klinikum schrittweise ein. Am ersten Tag steht eine Führung durch alle Bereiche an. Sie bekommen Namensschild und Schlüssel, lernen wichtige Abläufe kennen und knüpfen erste Kontakte zu anderen Abteilungen. Dazu gehören auch praktische Fragen wie Krankmeldung, Plusstunden, Minusstunden oder Urlaubsanträge.

In der ersten Woche hospitieren sie, begleiten also erfahrene Kolleginnen und Kollegen, in Sporttherapiegruppen und in den sogenannten Multiteams. Gemeint sind bereichsübergreifende Runden, in denen verschiedene Fachbereiche zusammenkommen. So entsteht ein Gefühl für Abläufe, Stationen und die Menschen, die dort behandelt werden. Wer sich bereit fühlt, übernimmt ab der zweiten Woche eigene Patientinnen und Patienten. Auch das Planungssystem lernen die Mitarbeitenden dann Schritt für Schritt kennen.

Das Onboarding passt sich individuell an. Eine feste Ansprechperson bleibt erreichbar, damit Fragen nicht zwischen Tür und Angel geklärt werden müssen. Dazu kommen wöchentliche Besprechungen, interne Schulungen und ein großes Fortbildungsportal. Die Themen stammen aus der Physiotherapie, aber auch aus anderen Bereichen der AMEOS Gruppe. So wachsen die Mitarbeitenden fachlich und persönlich.

Wer mehr gestalten möchte, findet ebenfalls Möglichkeiten. Jede Kollegin und jeder Kollege betreut eine eigene Station, stimmt sich regelmäßig mit Pflege und ärztlichem Dienst ab und passt Therapiepläne an. Auch Marie-Christin Stukenbrock wollte früh ein Team leiten, mit viel Wert auf Wertschätzung, Fairness und klare Regeln. Dass in der Physiotherapie meist Männer in Führungspositionen sitzen, hat sie dabei zusätzlich angespornt.

Was zählt, wenn man sich hier bewirbt

Für eine Bewerbung zählen für Marie-Christin Stukenbrock nicht der perfekte Lebenslauf oder lange Berufserfahrung. Wichtiger sind Empathie, Geduld und Teamgeist. Wer in der Psychiatrie arbeitet, begegnet Menschen mit sehr unterschiedlichen Geschichten und Krankheitsbildern. Sie brauchen einen sicheren Raum, in dem man sie ernst nimmt.

Gleichzeitig müssen Therapeutinnen und Therapeuten ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und klar benennen. Selbstbewusstsein und Flexibilität helfen, weil die Krankheitsbilder vielfältig sind und sich Situationen schnell ändern. Willkommen sind Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger genauso wie erfahrene Fachkräfte.

Mehr als ein Arbeitsplatz

Was die Arbeit am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen für Marie-Christin Stukenbrock besonders macht, ist die Mischung aus Zeit, Abwechslung und Selbstständigkeit. Geregelte Arbeitszeiten, freie Wochenenden und der Wegfall des strikten 20-Minuten-Takts lassen nach Feierabend Kraft für das eigene Leben. Auch die Lage trägt dazu bei: Stadt und Land treffen hier zusammen, mit viel Grün und einem Kurpark gleich nebenan.

Am Ende ist es aber vor allem die Atmosphäre, die sie jeden Morgen wiederkommen lässt. Hier fühlt man sich respektiert, geschätzt und als Mensch angenommen.

„Ich bin dankbar, in einem Umfeld arbeiten zu können, in dem ich ganz ich selbst sein kann“, sagt sie.

Es ist wie bei jener Patientin, die sich während einer Behandlung öffnete. Physiotherapie am AMEOS Klinikum Bad Salzuflen beginnt oft mit Bewegung. Manchmal entsteht daraus etwas, das weiter reicht: Vertrauen, ein gemeinsamer Blick auf Körper und Psyche und das Gefühl, dass wirklich jemand da ist.

AMEOS Klinikum Bad Salzuflen

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